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Tropfstein Höhlen

Ab in die Unterwelt

Das Sauerland lockt Touristen nicht nur mit grünen Wäldern, Bergen und weiten Feldern – auch unter der Oberfläche hat die Region einiges zu bieten. Fünf Schauhöhlen sind bekannt:- die Dechenhöhle in Iserlohn, die Heinrichshöhle in Hemer, die Reckenhöhle und Balver Höhle in Balve sowie die Bilsteinhöhle in Warstein. Die Höhlen im Sauerland zählen zu den schönsten und größten ihrer Art in ganz Deutschland. Wir stellen drei Höhlen vor.

So zum Beispiel die Attendorner Tropfsteinhöhle. Die sogenannte Atta-Höhle ist eine der schönsten und größten Tropfsteinhöhlen in Deutschland. Entdeckt wurde die Atta-Höhle erst im Jahr 1907 bei Abbrucharbeiten im Steinbruch der Biggetaler Kalkwerke. Heute tauchen die Besucher ein in die geheimnisvolle Welt unter Tage und entdecken auf einer Strecke von 1,8 Kilometern die imposanten Tropfsteine. Mit bis zu 200.000 Besuchern im Jahr ist sie zudem eine der meistbesuchten Schauhöhlen der Bundesrepublik. Trotz der Beliebtheit müssen Besucher auf Stille und Ruhe nicht verzichten: Die Gesundheitsgrottte verspricht tiefe Entspannung auf speziellen Liegen und eine ganz eigene Lichtstimmung. Und das weit entfernt von Blütenpollen und Großstadtstaub.

Die Dechenhöhle begeistert die Besucher schon etwas länger als die Atta-Höhle. Entdeckt wurde die Höhle in Iserlohn schon 1868 bei den Arbeiten an einer neuen Bahnstrecke. Der Höhepunkt der Dechenhöhle ist die sogenannte Kaiserhalle, die Gäste auf einem Rundgang durch die Tiefe erreichen. Der steinerne Wasserfall, der schimmernde Nixenteich und die Palmensäule sind ebenfalls spektakulär. Neben der Höhle informieren sich Besucher dann im Deutschen Höhlenmuseum – die Dechenhöhle hat schließlich noch mehr zu bieten als Steinformationen: So präsentiert das Museum die bedeutendsten Funde aus der Höhle wie zum Beispiel das Skelett eines jungen Höhlenbären und den Schädel eine Waldnashorns.

Auch die Bilsteinhöhle bei Warstein lohnt sich für einen Tagesausflug. Zu verdanken ist das dem Warsteiner Waldarbeiter Franz Kerstin, der die Höhle 1887 bei Bauarbeiten entdeckte. Um sie als Schauhöhle auch für Besucher nutzen zu können, kartografierte sie anschließend der Geologe Emil Carthaus, der das gesamte Höhlensystem erforschte. Heute sind rund 400 Meter bequem zu begehen, die weiteren Teile bleiben den Höhlenforschern vorbehalten. Eine Besonderheit der Bilsteinhöhle ist ein aktiver Bach, der auf den unteren Ebenen der Höhle fließt und sie so stetig vergrößert. Doch auch die Knochenfunde von Bären, Löwen und Hyänen sowie die menschlichen Überbleibsel aus der Steinzeit ziehen Besucher schnell in ihren Bann.

In der Nähe von Hemer im Norden des Sauerlands stoßen Besucher auf die Heinrichshöhle. Dort bestaunen sie nicht nur das Skelett eines Höhlenbären, sondern auch über 20 Meter hohe Klüften und Spalten. Die Heinrichshöhle gehört zum sogenannten Perick-Höhlensystem, das auf einer Gesamtlänge von rund 3.500 Metern gleich mehrere Höhlen umfasst und damit zu den längsten Höhlen Deutschlands zählt. Im Hemer lockt aber nicht nur die Heinrichshöhle Besucher aus Nah und Fern, auch das umgebende Naturschutzgebiet Felsenmeer. Das Bodendenkmal besteht aus Kalkstein und entstand vor etwa 385 Millionen Jahren in einem tropischen Flachmeer. Ob sich dort in grauer Vorzeit tatsächlich Zwerge niederließen, wie es die Sage erzählt, müssen die Besucher jedoch selbst herausfinden.