Hallenberger Brauchtum und Kultur.
Die Osternacht
Die Hallenberger Osternacht,
ein Umzug uralt hergebracht.
Wer diesen hat noch nicht geseh'n
versäume nicht mal hin zu geh'n.
In Hallenberg wird die warme Jahreszeit etwas anders eingeläutet als anderswo.
In der Nacht von Samstag auf Ostersonntag, genau dann wenn die Uhr zwölfmal geschlagen hat, ertönt nach dem letzten Glockenschlag tiefer Männergesang, ein uraltes Hallenberger Passionslied. Die Stadt ist vollkommen duster, kein Lichtlein brennt. Nur die Fackeln und blutroten Laternen des unheimlichen Geisterzugs sind zu sehen. Atmosphäre breitet sich aus - und plötzlich schlägt der dumpfe Männergesang in ohrenbeteubenden Lärm um.
Mit allen möglichen krachzeugenden Mitteln wird der Krachnacht alle Ehre gemacht. Sägeblätter, Hämmer, Rasseln, alte Handsirenen, eine historische Landknechtstrommel... der Zug setzt sich in Bewegung. Allen vorneweg führen drei mächtige Kreuze die Meute an. Sie sind blutrot und stellen die Wundmale und das Antlitz Christi dar.
Niemand kann heute mehr genau sagen, woher der uralte Brauch stammt. Manche sagen, dass dem heidnischen Winteraustreiben christliche Elemente hinzugefügt wurden. Andere sagen, dass womöglich ein geschichtliches Ereignis der Ursprung des Hallenberger Osterbrauchs ist.


